Grußworte von Univ.-Prof. Dr. med. Böttiger

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
es ist mir eine sehr große Freude und Ehre, Ihnen allen die Deutsche Stiftung Wiederbelebung vorstellen zu dürfen.

Nach Jahrzehnten des wissenschaftlichen, pädagogischen und gesundheitspolitischen Engagements zur Verbesserung der Überlebensrate nach Herz-Kreislaufstillstand in Deutschland, Europa und der Welt haben wir auf diesem wichtigen Gebiet – in vielen Fällen gemeinsam – schon einiges erreicht und viele Leben zusätzlich gerettet.

Dennoch bleibt der plötzliche Herz-Kreislaufstillstand die dritthäufigste Todesursache auch bei uns.
In enger Zusammenarbeit und gemeinsam mit allen Organisationen und Strukturen möchte die Deutsche Stiftung Wiederbelebung einen weiteren, starken Impuls im Hinblick auf eine Verbesserung des Überlebens bei diesem Krankheitsbild setzen, das häufig wie aus heiterem Himmel auftritt und immer noch bei neun von zehn Betroffenen zum Tode führt.
Neben den bisher etablierten Strukturen wird die Deutsche Stiftung Wiederbelebung als hochattraktive interdisziplinär, interprofessionell und auch international aufgestellte gemeinnützige Stiftung weitere Mittel generieren können und damit sichtbare und nachhaltige Impulse zur Verbesserung des Überlebens bei dieser wichtigen Erkrankung setzen.

Ich bedanke mich sehr herzlich bei allen Mitgliedern im Kuratorium und im Beirat der Stiftung für die exzellente Begleitung bei der Gründung und bei der Entwicklung unserer Stiftung, und ich bedanke mich sehr herzlich bei Ihnen allen für Ihre Unterstützung.

Gemeinsam werden wir an dieser Stelle die Welt verändern und dafür sorgen, dass alleine in unserem Land mehr als 10.000 Menschen in jedem Jahr zusätzlich überleben.
 
Köln, im Juli 2020
Ihr Univ.-Prof. Dr. med. Bernd W. Böttiger
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Überlebensrate verbessern!

Zentrales Ziel und Zweck der Deutschen Stiftung Wiederbelebung ist es, die Überlebensrate nach plötzlichem Herz-Kreislaufstillstand auch in Deutschland deutlich zu verbessern.

Wir glauben...

Wir könnten mit einer "Laienausbildung" der Gesellschaft sehr viele Menschenleben mehr retten. So geht man aktuell von einer Zahl um die 10.000 Menschenleben pro Jahr nur in Deutschland aus.

Prüfen - Rufen - Drücken

Natürlich ist solch eine Situation mehr als stressig, dennoch kann man sich mit den Worten PRÜFEN - RUFEN - DRÜCKEN einfach behelfen wenn es notwendig ist! Zwei Hände können ein Leben somit retten!


Aktuell überleben nur 3-10% der Menschen eine Herz-Kreislaufstillstand welche außerhalb des Krankenhauses stattdindet. Eine Reanimation kann Leben retten!


In Deutschland sterben jedes Jahr immer noch mehr als 100.000 Menschen an einem sogenannten plötzlichen Herz-Kreislaufstillstand.

Die Hälfte der Betroffenen ist dabei noch im erwerbsfähigen Alter. Der plötzliche Herz-Kreislaufstillstand ist bei uns die dritthäufigste Todesursache und damit bezüglich der Bedeutung vergleichbar mit Tumorerkrankungen und anderen Herz-Kreislauferkrankungen.

Meist tritt ein Herz-Kreislaufstillstand völlig überraschend, aus heiterem Himmel und ohne Vorboten auf.
Und obwohl bei ca. 70.000 dieser Menschen der Rettungsdienst alarmiert und eine Wiederbelebung eingeleitet wird, überleben maximal 10% der Betroffenen.

Hauptursache für diese bisher sehr geringe Überlebensrate ist die Tatsache, dass der Rettungsdienst im Mittel nach 8-10 Minuten eintrifft – in ländlichen Gebieten teilweise noch deutlich später –, das Gehirn aber bereits nach 3-5 Minuten anfängt zu sterben und damit unwiederbringlich geschädigt wird.

Wenn Laien unmittelbar nach einem Kollaps und damit deutlich vor Eintreffen des Rettungsdienstes mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen, überleben dreimal mehr Menschen. Bisher machen das in Deutschland nur etwa 40% aller Menschen, in manchen anderen Ländern liegt diese Rate heute schon bei 60-80% und mehr.

Mit sehr einfachen Mitteln wie:

  • einer verstärkten Laien- und Schülerausbildung in Wiederbelebung,
  • einer bundesweiten verpflichtenden „Telefonreanimation“ – die Rettungsleitstelle erklärt dem Anrufer die Herzdruckmassage am Telefon,
  • einer bundesweiten Etablierung von Ersthelfersystemen – Menschen, die wiederbeleben können und in der Nachbarschaft leben bzw. sich aufhalten, werden gleichzeitig mit dem Rettungsdienst über Smartphone alarmiert und können vor Eintreffen des Rettungsdienstes mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen,
  • einem bundesweiten Netz von speziell ausgestatteten und zertifizierten Kliniken, welche Behandlungen von Patient*innen nach Herz-Kreislaufstillstand sogenannte „Cardiac Arrest Center“ ermöglichen.

können die sogenannte Laienreanimationsquote und die Überlebensrate nach Herz-Kreislaufstillstand in ganz Deutschland deutlich erhöht werden.

Durch Umsetzung dieser Maßnahmen – das zeigen Beispiele aus anderen Ländern – können bei uns mindestens 10.000 Menschenleben pro Jahr zusätzlich gerettet werden.  

Zwecke der Deutschen Stiftung Wiederbelebung sind die Förderung von Laien- und Schülerausbildung in Wiederbelebung, die Aus-, Fort- und Weiterbildung von betrieblichem Personal auf diesem Gebiet sowie die entsprechende gesellschafts- und gesundheitspolitische Einflussnahme.

Gleichzeitig sollen Wissenschaft und Forschung auf diesem für das Überleben wichtigen Gebiet gezielt gefördert werden.

Die Stiftung verfolgt dabei ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke.
Sie ist selbstlos tätig. Die Stiftung steht dem GRC (Deutscher Rat für Wiederbelebung) nahe. Im Falle der Auflösung der Stiftung fällt das gesamte Stiftungsvermögen dem GRC zu.